Auf den Spuren der Wasserburg in Hof a.d. Steinach
Auf den Spuren der Wasserburg in Hof a.d. Steinach
In einer frühen Dorfbeschreibung des heutigen Mitwitzer Gemeindeteils Hof an der Steinach findet sich folgende rätselhafte Stelle: „Die Sage erzählt, dass im Mittelalter jenseits des Mühlgrabens auf den Angerwiesen eine Ritterburg gestanden habe…“
Ortschronist Friedrich Bürger weiß dazu folgendes zu berichten: Tatsächlich gab es auf dem Areal des ehemaligen Schaumbergischen Rittergutes zu Hof neben ein paar Höfen, einer Mühle und einem Wirtshaus noch eine besondere Anlage, vermutlich die besagte Niederungsburg. Selbst heute könne man mit einem Luftbild den Standort und die quadratischen Umrisse einwandfrei lokalisieren. Auch die genaue Größe des Grundrisses lässt sich mit Hilfe des Bayernatlas (Geoatlas Bayern, historische Karte von Hof aus dem Jahr 1860) ganz genau bestimmen.
Zudem befinden sich zwei maßstabsgetreue Karten von August Fr. Schön aus den Jahren 1787 bzw. 1789 im Staatsarchiv Coburg, die einen weiteren Beweis über die einstige Existenz der von Wasser umgebenen Burganlage liefern. Auf dem ältesten Plan steht sogar die Inschrift „Wälle vom alten Schaumbergschen Schloße“. Die Herren von Schaumberg (zu Strößendorf) hatten seit der Erstnennung von Hof 1291 bis Anfang des 19. Jahrhunderts die Dorfherrschaft des Rittergutes inne.
Schließlich lässt sich die „Wasserburg“ auch wissenschaftlich nachweisen. So liegen im Staatsarchiv Bamberg zwei historische Urkunden aus den Jahren 1354 und 1356 vor, in denen von einem Bau und von einem Bergfried in Hof die Rede ist.
Als Hobbyhistoriker Bürger seine neuesten Erkenntnisse über das „Wasserschloss“ im heimatgeschichtlichen Arbeitskreis Hof vorgetragen hatte, war den hellhörigen und motivierten Teilnehmern unter Leitung von Heinrich Bauersachs sofort klar: Hier muss sich etwas tun. Man wolle unbedingt mehr wissen und dann sehen, wie man das ein oder andere im Rahmen der gerade laufenden Dorferneuerung umsetzen könne.
In der Zwischenzeit wurde auch Dr. Ralf Obst vom Bay. Landesamt für Denkmalpflege, Dienststelle Bamberg/Seehof, informiert. Eine geophysikalische Prospektion sei prinzipiell möglich, so der Experte, „allerdings kann man damit nicht datieren oder Details lösen, wie bei einer archäologischen Ausgrabung – aber das Bodendenkmal bleibt ohne Zerstörung…“
Nach eingehender Diskussion beschlossen die Höfer, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und am Mittwoch, 1. April mit Spaten und Schaufeln ausgerüstet eine intensive Grabung durchzuführen, um das Rätsel der Hofer Wasserburg zu lüften. Treffpunkt für die spektakuläre Grabungsaktion ist für Aktivisten, Interessierte und Zaungäste die Mühlenbäckerei Habelitz in Hof an der Steinach. Beginn: pünktlich um 9 Uhr. Wie der Grabungsbeauftragte Heinrich Bauersachs mitteilte, werden Ausrüstung und Getränkeversorgung bauseits gestellt (allerdings nur solange der Vorrat reicht)!
Friedrich Bürger, 1. April 2026
