Stellungnahme Weihnachtsmarkt 2021

Stellungnahme aus dem Mitwitzer Rathaus zum „Weihnachtsmarkt 2021“

Wir alle sehnen uns nach Normalität. Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Adventszeit und das Weihnachtsfest. Unbeschwert über den Weihnachtsmarkt zu schlendern, bei Lichterglanz Glühwein zu trinken, Bekannte und Freunde zu treffen und an malerischen Ständen Ausschau nach Weihnachtsgeschenken zu halten.

Der Mitwitzer Weihnachtsmarkt hat es 2019 unter die TOP 10 der beliebtesten Weihnachtsmärkte in Franken geschafft. Wird der romantische Weihnachtsmarkt am Wasserschloss in diesem Jahr stattfinden können?

Über diese Frage hat man sich im Rathaus Mitwitz den Kopf zerbrochen. Nicht nur der Organisatorin Claudia Schwämmlein hat das Thema „Weihnachtsmarkt“ die ein oder andere schlaflose Nacht bereitet. Unzählige Konzepte waren bereits im Vorfeld erarbeitet und unter anderem auch im Ausschuss für Tourismus und Kultur diskutiert worden. Wie könnte es gelingen, einen sicheren Markt zu veranstalten, auf dem sich die Besucher wohl fühlen, der den pandemischen Anforderungen entspricht und der gleichzeitig finanzierbar ist?

„Normalerweise beginnt die heiße Phase der Organisation Mitte September“, informiert Claudia Schwämmlein. „In diesem Jahr habe ich zunächst die Verabschiedung des aktuellen Infektionsschutzgesetzes am 01. Oktober abwarten müssen. Darin war kein Wort über die Veranstaltung von Märkten geschrieben. Erst am 19. Oktober habe ich das Konzept mit den gültigen Rahmenbedingungen bekommen. Welche Abstände sind einzuhalten? Wie muss die Besucherlenkung aussehen? Gibt es eine Besucherobergrenze? Wo gilt die „3-G-Regelung“? Wo die „3-G+“ bzw. „2-G-Regelung“? Ich habe so viel Zeit verloren, die für die Organisation benötigt wird.“

Bürgermeister Oliver Plewa fügt hinzu: „Unser Qualitätsanspruch an den Weihnachtsmarkt ist sehr hoch. Die Fieranten bieten Kreatives, Handgemachtes und Außergewöhnliches an. Keine Standardprodukte, sondern Handwerkskunst. Das ist etwas ganz Besonderes. Und das vor der Kulisse des historischen Wasserschlosses. Unser Weihnachtsmarkt ist eine Großveranstaltung. 2019 hatten wir 16.000 zahlende Gäste. Da sind die Besucher und Besucherinnen unter 18 Jahren nicht mit eingerechnet. Ein Weihnachtsmarkt dieser Größenordnung ist nicht von heute auf morgen auf die Beine zu stellen.“

Etliche Weihnachtsmärkte wurden bereits abgesagt. Möglicherweise strömen noch mehr Besucher in die Marktgemeinde. Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor. Denn die Abstandsregeln von 1,5 Metern sind - laut Rahmenkonzept für Märkte der Bayerischen Staatsregierung vom 18. Oktober 2021 - nach wie vor zu kontrollieren und durchzusetzen. „Jeder sollte sich weiter Umsicht und Vorsicht auf die Fahnen schreiben - auch bei Glühwein und gebrannten Mandeln.“ So schreibt es der Gesetzgeber vor.

Ein Blick auf das Areal um das Wasserschloss genügt. Es ist malerisch. Verwinkelt und verwunschen. Und wird gerade dadurch zu etwas Besonderem. Aber in Zeiten von Corona stellt eben dies auch ein Hindernis dar. Denn die Gegebenheiten sind nicht ideal, wenn der Veranstalter, also der Markt Mitwitz bei der zu erwartenden Besucherdichte unentwegt die Einhaltung der Abstandsregeln durchsetzen muss. Mit eigenem Personal ist diese Mammutaufgabe nicht zu stemmen. Bereits jetzt sind unzählige Ehrenamtliche im Einsatz: BRK, Feuerwehr etc. Es müsste also Sicherheitspersonal eines externen Dienstleisters beauftragt werden. Vom zusätzlichen, voraussichtlich sehr hohen finanziellen Aufwand einmal abgesehen - wie wirkt sich das auf die Stimmung vor Ort aus? Es wird Diskussionen über Abstandsregeln geben. Manch einem Besucher ohne gültigen Nachweis wird der Zutritt zum Gelände verwehrt werden müssen. Und vor allen Dingen: ist es überhaupt grundsätzlich möglich, bei dieser Besucherdichte ausreichende Abstände zu gewährleisten? Wer die engen Wege kennt, wird diese Frage ganz klar mit „nein“ beantworten müssen.

Bürgermeister Oliver Plewa resümiert: „Die Gegebenheiten sind bei jedem Weihnachtsmarkt unterschiedlich zu beurteilen. Daher muss jeder Veranstalter für sich entscheiden, ob er es verantworten kann, den Weihnachtsmarkt stattfinden zu lassen.“

Dem Gemeinderat Mitwitz blieb leider nichts anderes übrig, als den Weihnachtsmarkt abzusagen. Schweren Herzens und nach zahlreichen eingehenden Diskussionen war das Ergebnis einstimmig. Diese Entscheidung ist dem Gremium alles andere als leichtgefallen. Doch wie es auch gedreht und gewendet wurde – den Adventsmarkt abzuhalten wäre ein Kraftakt, der weder personell noch finanziell zu schaffen ist.

Eine große Rolle spielt hierbei auch die fehlende Planungssicherheit: „Was ist, wenn die Corona-Ampel bis zum 1. Adventswochenende umspringt? Wird es bei den Bestimmungen, die heute gelten, bleiben? Oder muss der Markt dann trotzdem kurzfristig abgesagt werden? Dann hätten wir viel Geld und Aufwand in den Sand gesetzt“, bringt es Claudia Schwämmlein auf den Punkt.

Der Markt Mitwitz sieht sich verpflichtet, die finanziellen Mittel der Marktgemeinde mit Bedacht einzusetzen. Würde der Fall eintreten und die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden müssen, dann wäre das eine Verschwendung von Geldern in Höhe eines fünfstelligen Betrages.

Eines hat auf jeden Fall Priorität für den Markt Mitwitz: Einen Markt zu veranstalten, auf dem sich die Besucher und Besucherinnen wohl fühlen, der eine heimelige Atmosphäre schafft und eine gute vorweihnachtliche Stimmung aufkommen lässt. Und an den man sich gerne mit einem Lächeln und positiven Emotionen zurückerinnert. Was, wenn sich Mitwitz zum Corona-Hotspot entwickeln würde? Weil die Umsicht und Vorsicht, die man hat walten lassen, eben doch nicht ausgereicht hat? Dann würde immer ein bitterer Nachgeschmack bleiben.“

Es ist sehr bedauerlich, dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Für vorweihnachtliche Stimmung soll allerdings dennoch gesorgt werden. Unter anderem mit dem „Mitwitzer Adventskalender“. Lassen Sie sich überraschen!

Corona-Pandemie: Rahmenkonzept für Weihnachtsmärkte

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